German A Higher Level

Da alle Schülerinnen und Schüler weltweit im IB als erstes Fach ihre Muttersprache absolvieren, wird am ESG in der Regel hier Deutsch angeboten. Weitere Möglichkeiten können individuell in einem Beratungsgespräch durchgegangen werden. 

 

Das Fach Deutsch gehört zu Gruppe 1 der IB-Fächer. Es übernimmt im IB die Rolle des dritten Faches, das auf der Stufe des Higher Level unterrichtet wird. Zusätzlich zu den Inhalten des nordrheinwestfälischen Abiturs werden Werke nichtdeutscher Autoren in der Übersetzung behandelt. Dies erweitert den literarischen und kulturellen Horizont der Schülerinnen und Schüler über die nationalen Grenzen hinaus.

Da die Werke nicht zentral von der IB-Organisation vorgegeben werden, liegt der Fokus der Unterrichtsinhalte auf übergreifenden genre- und epochentypischen Elementen, wie z.B. der Erzähltechnik in Romanen oder den Kennzeichen und Motiven des Expressionismus.

 

Für den Kurs German A müssen vier Parts, die jeweils bestimmte Anforderungen erfüllen, abgedeckt werden. Diese lassen sich im Abgleich mit den Vorgaben des nordrhein-westfälischen Zentralabiturs (in der Tabelle gekennzeichnet mit GK) z.B. wie folgt festlegen und behandeln: (mögliche Änderungen vorbehalten)

 

Parts Anforderungen Inhalte/Werke
Part I

Works in Translation

3 Werke unterschiedlicher Autoren Arthur Miller: Tod eines Handlungsreisenden

Harry Mulisch: Das Attentat

Gabriel Garcia Marquez: Chronik eines angekündigten Todes / Ariel Dorfman: Der Tod und das Mädchen (Diploma 2019)

Part II

Detailed studies

3 „Werke“ verschiedener Gattungen Georg Büchner: Woyzeck (GK) /

Johann W. v. Goethe: Faust – Der Tragödie erster Teil (Diploma 2019)

Franz Kafka: Die Verwandlung (GK) /

Heinrich v. Kleist: Die Marquise von O (Diploma 2019)

Georg Heym: ausgewählte expressionistische Gedichte (GK)

Part III

Literary Genres

4 „Werke“ der gleichen Gattung

(hier: Drama)

Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise

Johann Wolfgang v. Goethe: Faust (GK) / Georg Büchner: Woryzeck (Diploma 2019)

Friedrich Schiller: Kabale und Liebe / Bertolt Brecht: Leben des Galilei (Diploma 2019)

Igor Bauersima: Norway.today

Part IV

Options

3 frei wählbare „Werke” Arthur Schnitzler: Traumnovelle /Stanley Kubrick: Eyes wide shut (GK) / Judith Hermann: Sommerhaus später (Diploma 2019)

Franz Kafka: ausgewählte Parabeln (GK)

Thomas Mann: Mario und der Zauberer / Gabriel Garcia Marquez: Chronik eines angekündigten Todes (Diploma 2019)

 

In Anknüpfung an den regulären Unterricht des Deutschgrundkurses findet in der Qualifikationsphase I ein zwei- (ersetzt Drama- bzw. Literaturkurs) und in der QII im ersten Halbjahr ein zweistündiger (ersetzt Sowi- bzw. Geschichts-Zusatzkurs) Zusatzkurs statt. Im zweiten Halbjahr der Q2 ist der Deutschkurs dreistündig. Damit wird die Voraussetzung des Stundenumfangs für einen Kurs des Higher Level geschaffen.

 

Externe Evaluation Die Aufgaben werden gestellt und bewertet von der IB-Organisation. 70%
Written Assignment: rezeptive und produktive schriftliche Fertigkeiten

Abschlussprüfungen:

Paper 1 (2 Stunden): rezeptive Fertigkeiten

Paper 2 (2 Stunden): literarische Gattungen

25%

20%

25%

Interne Evaluation   Die Aufgaben werden von der Lehrkraft gestellt und bewertet.

Die IB-Organisation kontrolliert.

30%
Individual oral commentary and discussion (20 Minuten)

Individual oral presentation (15 – 20 Minuten)

15%

15%

Paper 1

Der Prüfling wählt aus zwei Themengebieten, Prosatext oder Gedicht, und schreibt dazu handschriftlich einen literarischen Kommentar (1500 Wörter). Grundlage für diese Abschlussprüfung sind die Ergebnisse und Erkenntnisse des gesamten Unterrichtes (Part 1 – 4). Hierbei kommt es vor allem auf das aktive Lesen und somit auf das Verstehen und Interpretieren eines vorgegebenen Textes sowie eine schlüssige, kohärente Darstellung der Ausführungen des Prüflings an. Das Prüfungsformat ist vergleichbar mit einer analytischen Klausur im deutschen Abitur.

Paper 2

Auf der Grundlage zweier Werke des Part III schreibt der Prüfling eine Klausur mit dem inhaltlichen Schwerpunkt auf der behandelten literarischen Gattung. Hierbei bezieht sich der Prüfling auf eine von drei Fragestellungen (Wahlmöglichkeit), die durch die IB-Organisation zentral vorgegeben werden. Diese könnte z.B. sein: „Die Themen und Ideen, die zu Beginn in den ersten Passagen oder den ersten Seiten einer Erzählung oder eines Romans gegeben werden, ziehen sich inhaltlich durch das gesamte Werk. Diskutieren Sie diese These in Bezug auf zwei von Ihnen im Unterricht behandelten Werke.“

Written assignment

Die Schülerinnen und Schüler reichen ein strukturiertes literarisches Essay ein, welches auf einem der behandelten Werke des Part I aufbaut, mit Bezug auf den kulturellen und kontextuellen Unterbau des Werks. Der Essay entsteht in 4 Stufen:

  1. interactive oral
  2. reflective statement (300 – 400 Wörter)
  3. supervised writing (40 – 50 Minuten)
  4. production of the essay (1200 – 1500 Wörter)

Das „reflective statement“ beantwortet auf Basis der vorangegangenen Diskussion (interactive oral) subjektiv und reflektierend die Frage, inwiefern sich das Verständnis des Prüflings in Bezug auf die kulturellen und kontextuellen Betrachtungen zu dem behandelten Werk des Part I entwickelt bzw. verändert hat. Anschließend wird vom Prüfling ein Themenschwerpunkt festgelegt und ausgearbeitet (supervised writing), welcher eine mögliche Basis für das abschließende Essay darstellt.

Individual oral commentary (IOC) and discussion

Diese mündliche Prüfung basiert auf den Inhalten des Part II und wird von der Lehrerin konzipiert und bewertet. Sie kann mit der mündlichen Prüfung im deutschen Abitur verglichen werden.

Im ersten Teil der Prüfung bekommt der Prüfling ein Gedicht und bereitet anhand von Leitfragen innerhalb von 20 Minuten einen Vortrag vor, der ohne Unterbrechungen 8 Minuten dauern soll. Dabei können Notizen gemacht werden, die in der Prüfung verwendet werden dürfen. Es folgen zwei Minuten mit sich anschließenden Fragen der Lehrkraft.

In einem zweiten Teil der Prüfung wird eine 10-minütige, kritische Diskussion zu einem anderen Werk des Part II anhand von Fragen der Lehrkraft geführt. Die Fragen berücksichtigen dabei Probleme, Themen und Fragestellungen des gesamten Werkes, aber auch stilistische Mittel und Erzählperspektiven.

Individual oral presentation (IOP)

Diese mündliche Prüfung umfasst einen 15 – 20 minütigen Vortrag über ein frei wählbares Thema aus den Inhalten des Part IV, der von der Lehrerin bewertet wird.

Dieser Vortrag soll durch visuelle Hilfsmittel (Folien, Plakate, Power Point etc.) unterstützt werden und ist vergleichbar mit der Präsentationsform des Referats.

Ein mögliches Thema für die IOP könnte lauten: „Inwiefern entspricht das vorliegende Drama den Anforderungen an ein aristotelisches Drama?“

Neben den inhaltlichen Anforderungen wird vor allem die Darstellung, Strukturierung und individuelle Präsentationsleistung in der Bewertung berücksichtigt.

 

Schülerinnen und Schüler sollten für das Fach Deutsch im IB eine besonders hohe Bereitschaft zum selbstständigen Lesen und zur Auseinandersetzung mit Literatur mitbringen, sowohl inhaltlich als auch fachwissenschaftlich. Sie müssen außerdem bereit sein, weitere Prüfungsformate über das Zentralabitur hinaus zu verinnerlichen sowie selbstständig Lerninhalte zu strukturieren und zu verarbeiten.